Wie Pfarreien mit kleinem Budget eine Content-Strategie entwickeln
Viele Pfarreien kennen die Situation: Auf Instagram erscheint hin und wieder ein Beitrag, der Newsletter wird verschickt, wenn gerade Zeit dafür ist, und für eine richtige Content-Strategie fehlen Personal und Budget. Dabei muss gute Kommunikation gar nicht besonders aufwendig sein. Viel wichtiger ist die Frage: Was können und wollen wir mit den Mitteln erreichen, die uns tatsächlich zur Verfügung stehen?
Lieber einen Kanal richtig bespielen
Nicht jede Pfarrei muss gleichzeitig auf Instagram, Facebook und YouTube aktiv sein und zusätzlich noch einen Newsletter verschicken. Gerade wenn nur wenige Stunden pro Woche für die Kommunikation zur Verfügung stehen, wird das schnell zu viel. Dann bleiben Kanäle über Wochen liegen oder werden nur halbherzig gepflegt.
Sinnvoller ist es, sich zunächst auf einen Kanal zu konzentrieren – und zwar auf den, über den die Menschen erreicht werden, die man ansprechen möchte. Wenn dieser Kanal gut funktioniert und regelmässig bespielt wird, kann später immer noch ein weiterer dazukommen.
Ein einfacher Redaktionsplan reicht oft schon
Ein Redaktionsplan muss kein kompliziertes Dokument sein. Für den Anfang genügt eine einfache Tabelle: Wann soll etwas erscheinen? Um welches Thema geht es? Und wer kümmert sich darum?
Vieles lässt sich ohnehin lange im Voraus planen. Advent und Weihnachten kommen jedes Jahr, ebenso Ostern, Pfingsten oder Erntedank. Auch Pfarreifeste, Firmungen, Erstkommunionen oder andere Veranstaltungen stehen meist frühzeitig fest. Wer solche Termine rechtzeitig einträgt, muss nicht jede Woche neu überlegen, worüber man eigentlich berichten könnte.
Aus einem Thema mehrere Beiträge machen
Nicht für jeden Kanal muss ein komplett neuer Inhalt entstehen. Gerade bei wenig Zeit lohnt es sich, vorhandenes Material weiterzuverwenden.
Aus einem Interview für das Pfarreiblatt können beispielsweise mehrere kurze Beiträge für Instagram entstehen. Eine interessante Aussage aus einer Predigt eignet sich vielleicht als Zitat. Aus einem längeren Gespräch lässt sich ein kurzes Video schneiden, und einzelne Inhalte können später noch einmal im Newsletter aufgegriffen werden.
So entsteht aus einem guten Thema nicht nur ein einzelner Beitrag, sondern gleich Material für mehrere Kanäle und Formate.
Menschen aus der Pfarrei einbeziehen
In vielen Pfarreien gibt es Menschen, die gerne fotografieren, Videos drehen oder Texte schreiben. Häufig werden sie nur gar nicht gefragt.
Es kann sich deshalb lohnen, gezielt nach Unterstützung zu suchen – zum Beispiel über das Pfarreiblatt, den Newsletter oder auch persönlich. Wichtig ist, die Aufgaben möglichst konkret zu formulieren. Wer ein Foto liefern soll, sollte wissen, welches Format benötigt wird. Wer einen Text schreibt, sollte ungefähr wissen, wie lang er sein darf und wann er gebraucht wird. Das erleichtert die Zusammenarbeit auf beiden Seiten.
Mit Vorlagen Zeit sparen
Auch kleine Hilfsmittel können im Alltag viel Arbeit abnehmen. Für wiederkehrende Beiträge lassen sich beispielsweise Vorlagen in Canva anlegen. Ein einfacher Kalender hilft bei der Planung, und auch Textvorlagen für regelmässige Themen können sinnvoll sein.
Denn jedes Mal bei null anzufangen, kostet unnötig Zeit. Wenn Gestaltung, Abläufe und bestimmte Formate bereits stehen, bleibt mehr Zeit für die eigentlichen Inhalte.
Fazit
Eine gute Content-Strategie braucht nicht zwingend ein grosses Budget. Gerade für kleinere Pfarreien ist es oft sinnvoller, sich auf wenige Dinge zu konzentrieren und diese zuverlässig umzusetzen.
Ein gut gepflegter Kanal ist mehr wert als vier Plattformen, auf denen nur gelegentlich etwas passiert. Wer vorausplant, vorhandene Inhalte mehrfach nutzt und Menschen aus der Pfarrei einbindet, kann auch mit wenig Zeit und überschaubarem Budget eine gute und regelmässige Kommunikation aufbauen.


