Ein passendes Bild ist schnell gefunden – und ebenso schnell auf der Website oder in den sozialen Medien veröffentlicht. Doch genau hier lauern rechtliche Fallstricke. Gerade Pfarreien, Kirchgemeinden und gemeinnützige Organisationen gehen oft davon aus, dass Bilder aus dem Internet frei verwendet werden dürfen. Das ist jedoch ein Irrtum.

Wer Urheberrechte oder Persönlichkeitsrechte verletzt, riskiert Abmahnungen, Schadenersatzforderungen und unnötigen Ärger. Mit ein wenig Hintergrundwissen lassen sich die meisten Fehler jedoch leicht vermeiden.

Die 7 Irrtümer

„Das Bild ist im Internet – also darf ich es nutzen.“

Der wohl häufigste Irrtum. Nur weil ein Bild über eine Suchmaschine gefunden werden kann, bedeutet das nicht, dass es frei verwendet werden darf. Jedes Foto ist grundsätzlich urheberrechtlich geschützt.

Stockbilder ohne Blick in die Lizenz verwenden

Auch gekaufte oder kostenlose Stockbilder dürfen nicht automatisch überall eingesetzt werden. Manche Lizenzen schließen die Nutzung in sozialen Medien oder für bestimmte Zwecke aus. Deshalb gilt: Lizenzbedingungen immer sorgfältig lesen.

Creative Commons falsch verwenden

Creative-Commons-Bilder sind oft kostenlos nutzbar – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Je nach Lizenz müssen Urheber genannt, Bearbeitungen gekennzeichnet oder die Lizenz verlinkt werden. Kostenlos bedeutet also nicht automatisch frei von Bedingungen.

Personen ohne Einwilligung veröffentlichen

Wer Menschen erkennbar fotografiert und die Bilder veröffentlicht, benötigt in vielen Fällen deren Einwilligung. Besonders sensibel sind Fotos von Kindern. Hier sollten Pfarreien und Vereine besonders sorgfältig vorgehen.

Eigene Fotos sind nicht automatisch unproblematisch

Auch wenn Sie das Bild selbst aufgenommen haben, müssen Persönlichkeitsrechte beachtet werden. Das Urheberrecht liegt zwar bei Ihnen, das Recht am eigenen Bild jedoch bei den abgebildeten Personen.

Social Media wird oft unterschätzt

Mit dem Hochladen eines Bildes auf Plattformen wie Instagram oder Facebook räumen Nutzer den Plattformen umfangreiche Nutzungsrechte ein. Nicht jede Bildlizenz erlaubt diese Form der Veröffentlichung. Deshalb sollten Sie auch hier genau prüfen, welche Rechte Sie besitzen.

Einwilligungen nicht dokumentieren

Eine mündliche Zustimmung kann im Streitfall schwer nachgewiesen werden. Sinnvoll ist es deshalb, Einwilligungen schriftlich oder digital zu dokumentieren und sicher aufzubewahren – insbesondere bei regelmäßig genutzten Fotos.

Fazit

Bildrechte wirken auf den ersten Blick kompliziert. Tatsächlich lassen sich die meisten Risiken mit einigen einfachen Grundregeln vermeiden: Nutzen Sie eigene oder korrekt lizenzierte Bilder, holen Sie Einwilligungen ein und prüfen Sie vor jeder Veröffentlichung die Nutzungsrechte.

So schützen Sie nicht nur Ihre Organisation vor unnötigen Kosten, sondern schaffen auch Vertrauen im Umgang mit Bildern und personenbezogenen Daten.